Einige Ihrer Mitbürger haben sich wie Sie der Förderung des Umweltverbundes verschrieben. Erstaunlich ist, dass selbst diese relativ kleine gesellschaftliche Gruppe die Qual der Wahl hat, wenn sie sich informieren will: Drei Publikums-Zeitschriften mit unterschiedlichen Ansätzen kämpfen um ihre Aufmerksamkeit. Wir wollen diese hier vorstellen. Sicherlich kommt Ihnen zumindest eine Zeitschrift bekannt vor, aber da es bei ihr umfangreiche Änderungen gab, ist sie mit dabei.

Selbstverständlich gibt es mehr als drei Magazine, die sich der Mobilität im Umweltverbund widmen, allerdings jeweils nur Teilaspekten. Insbesondere Rad- und Bahnfahrern wird viel geboten. Diese "very special interest"-Zeitschriften sind im Zweiradbereich meist technik- und freizeitorientiert, die Bahn-Magazine techniklastig und oft historisierend. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, thematisch umfassend berichten jedoch nur drei Medien.

Entstehung der spezialisierten Medien

Bis in die siebziger Jahre gab es in der Medienlandschaft keine Angebote für Leser, die sich über Entwicklungen im Öffentlichen Verkehr und bei den unmotorisierten Verkehrsteilnehmern informieren wollten. Das lag an der allgemein autoorientierten Grundhaltung der Gesellschaft, in deren Folge die Umweltorientierten auf einen nur geringen Wissensschatz über mögliche Alternativen zurückgreifen konnten. Klar war, wogegen man anging: Straßenbau und autoorientierte Verkehrspolitik, unsicher war, was man außer Allgemeinplätzen fordern sollte, ob eine angebotene Lösung in die richtige Richtung führte oder wen man als Partner wählen durfte. - Diese Diskussionen werden immer noch geführt, jedoch nun mit mehr Erfahrungen.

Ein Informationsdienst wird mobilogisch

Unter den beschriebenen Umständen entstand erst 1979 aus der Szene der Verkehrs-Bürgerinitiativen der Rundbrief "InformationsDienst Verkehr IDV". Gestaltet war er so, wie es sich für ein Medium der alternativen Szene gehörte: kaum. Herausgeber des anfangs unregelmäßig erscheinenden Blattes ist der Arbeitskreis Verkehr und Umwelt UMKEHR e.V., die "Kontakt- und Koordinationsstelle der Verkehrs-Bürgerinitiativen". 1985 kam als Partner der Fußgängerschutzverein FUSS hinzu.

Konzipiert war der IDV anfangs nur als Bindeglied zwischen den alle zwei Jahren stattfindenden Kongressen der Initiativen. Im Lauf der Zeit bekam er jedoch ein immer stärkeres Eigenleben. Einen Schritt in Richtung einer "richtigen" Zeitschrift schlug man im Jahr 2000 ein. Der IDV erhielt ein einfaches, aber übersichtliches Lay-out, erscheint seit dem regelmäßig alle drei Monate und die meisten Beiträge sind "journalistisch" gehalten. Beibehalten wurde ein manchmal salopper Stil, der jedoch durch eine selbstironische Haltung selten besserwisserisch wirkt.

2003 wurde das Lay-out verbessert, das A5-Format beibehalten und der Name in „mobilogisch!“ geändert.

fairkehr fährt voran

Da ist "fairkehr", die Mitglieder-Zeitschrift des Verkehrsclub Deutschland VCD, von einem anderen Format: Bunt aufgemacht und im gängigen A4 zielt sie seit ihrem Start vor rund 15 Jahren auf ein wesentlich größeres Publikum als mobilogisch! Zwar ist das thematische Spektrum von fairkehr nicht breiter, der Ton jedoch zurückhaltender. Das hängt auch mit der Mitgliederstruktur des VCD zusammen. Viele sind keine "reinen" Umweltverbund-Nutzer, sondern fahren regelmäßig, aber sicherlich vernünftig, Auto und wollen nicht ständig mit dessen negativen Aspekten konfrontiert werden.

fairkehr weist einen umfangreichen serviceorientierten Bereich auf, der Untertitel der Zeitschrift macht das seit 1990 deutlich: "Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen". Tipps für natürlich umweltgerechte Reiseziele, eine Kinderseite und Konsumentenempfehlungen umrahmen den manchmal etwas schmalen verkehrspolitischen Block.

Die Stellung der Zeitschrift innerhalb des VCD ist etwas ungewöhnlich. Wie es sich einerseits für eine Verbands-Zeitschrift gehört, berichtet fairkehr praktisch ausschließlich über die Aktivitäten des Herausgebers. Andererseits wird die Autonomie der Redaktion betont, selbst der eigene Vorstand bekommt nicht unbedingt seine gewünschten Beiträge unter. Ein Trost bleibt: Andere Organisationen schaffen das gar nicht.

Ein anderes Verkehrszeichen im Schilderwald

Jünger als mobilogisch! und etwas älter als "fairkehr" ist "Verkehrszeichen". Lange Jahre konzentrierte sich die Zeitschrift laut Untertitel und auch tatsächlich auf die Förderung des öffentlichen Verkehrs. Einige Zeit stand auf dem Deckblatt "Für die Bewegung im Umweltverbund" und Beiträge über Radfahrer und Fußgänger erschienen im Heft. Nun lautet der Untertitel ganz allgemein „für Mobilität und Umwelt“. Verkehrszeichen ist von der Haltung her ein Mittelding zwischen den beiden anderen Blättern: Selten werden Artikel gegen das Auto fahren veröffentlicht, alle Beiträge sprechen jedoch eine klare Sprache: Nie geht es um einen wie auch immer gearteten Service für Autofahrer. In der Regel werden nicht "die" Politiker angesprochen, sondern die psychologischen und sozialen Beweggründe der Menschen bei ihrer Verkehrsmittelwahl beleuchtet.

Die Beiträge sind stets im seriösen Ton gehalten und verlangen hinsichtlich der Wortwahl ein konzentriertes Lesen und eine gewisse Vorbildung, wobei jedoch keine technischen oder juristischen Grundlagen beim Leser vorausgesetzt werden. Verkehrszeichen-Leser sollten auch keine Scheu vor längeren Beiträgen haben: Sechs längere Beiträge enthält im Schnitt jede Ausgabe. Der Anspruch ist offensichtlich nicht, die Leser umfassend über alle Entwicklungen im Verkehr zu informieren, sondern konzentriert und umfangreich in den selbst gewählten Bereichen.

Kooperationspartner des Verkehrszeichen ist der VCD, was sich erfreulicherweise nicht in einer Beschränkung bei der Wahl und der Bearbeitung von Themen niederschlägt. Lediglich im hinteren Teil des Magazins wird kurz über die Aktivitäten des VCD berichtet.

Fazit

Selbstverständlich kann hier nicht eine Zeitschrift hervorgehoben werden, zu unterschiedlich sind die Ansprüche potenzieller Leser. Wer eher eine normale Zeitschrift erwartet und nur "reinschnuppern" möchte in das Thema Verkehr ist mit fairkehr recht gut bedient. Wer Wert auf Seriosität sowie psychologische und soziologische Aspekte legt, liegt bei Verkehrszeichen richtig. Und wer sich schließlich eventuell selbst engagieren will und wem Verkehrssicherheit und Informationen über die Zusammenhänge von Umwelt und Verkehr wichtig sind, sollte mobilogisch! probieren.

 

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