„Klick-Analyse“ des UMKEHR- und FUSS e.V. - Newsletters

Wir haben mit einer neuen Software untersucht: Welche Themen finden die Unterstützer von UMKEHR und FUSS e.V. für 2012 wichtig? Die Antworten auf diese Fragen liefern nicht nur diesen beiden Verbänden wertvolle Hinweise darauf, welche Themen im Jahre 2012 „angesagt“ sind, sondern auch anderen Aktiven für eine nachhaltige Mobilität.

Mehr Transparenz möglich

Eines der sog. „Widgets“, die Informationen auf der Piwik-Startseite anzeigen.

Seit Dezember 2011 können UMKEHR und FUSS e.V. auf eine neue Quelle zurückgreifen, mit der wir die Themenwünsche unserer "Kunden" ermitteln können. In diesem Monat hat der Webmaster der beiden Partnerorganisationen auf allen wichtigen Websites der beiden Vereine das Web-Analyseprogramm "Piwik" installiert. Bei diesem Open Source-Programm bleiben die Daten der Nutzer unserer Internet-Präsenzen auf unserem Server. Ein deutlicher Datenschutzvorteil gegenüber dem verbreiteten Pendant "Google Analytics", das die Daten auf den Google-eigenen Computern ablegt und dort natürlich auch für eigene Auswertungen nutzen kann (siehe C’t zu ‚Piwik’ und Datenschutz).

Auch bei Umwelt- und Verkehrsverbänden wie ja gerne Transparenz bei „den anderen“ gefordert – vom Bundespräsidenten bis zur Industrie – während Vorstände und Geschäftsleitungen sich oft wenig darum scheren, welche Vorstellungen „die Basis“ hat. Mit "Piwik" ist es jetzt endlich möglich, die Interessen der Website-Besucher und Newsletter-Bezieher genau kennenzulernen, z.B. welche Artikel im riesigen Themenpool unter www.fuss-ev.de > Themen am häufigsten angeklickt werden oder mit welchen Suchworten am meisten nach UMKEHR und FUSS e.V. gegoogelt wird. Etwa Mitte des Jahres werden „belastbare“ Daten für ein breites Themenspektrum vorliegen.

Bei der Feuertaufe des von freien Programmierern kostenlos zur Verfügung gestellten Web-Tools kam die sogenannten "Kampagnen"-Funktion von "Piwik" zum Einsatz. Untersucht wurde der Januar-Newsletter, bei dem natürlich noch keine breite Themenauswahl zur Analyse zur Verfügung stand, da bestimmte Themen vorgegeben wurden. Aber erste wichtige Hinweise auf die Wünsche der Unterstützer von UMKEHR und FUSS e.V. liefern diese Daten schon jetzt.

„Piwik“ misst Newsletter-Resonanz

Mit "Piwiks"-„Kampagnen"-Funktion kann gemessen werden wie oft die Empfänger unseres Newsletters auf einen der weiterführenden Links unter den verschiedenen Meldungen geklickt haben. Wer die Kurzmitteilungen nur liest oder überfliegt wissen wir damit zwar immer noch nicht, wohl aber wer ein vertieftes Interesse an einem Thema hat, denn der wird mit großer Wahrscheinlichkeit ausführliche Informationen mit den Links aufrufen.

Ausgewertet wurden fünf Links unter insgesamt sieben Kurzmeldungen im Newsletter, der Mitte Januar an ca. 5.500 Personen, Vereinigungen und Institutionen per Mail versandt wurde. Auf den Link unter der Meldung "Straßenbau-Moratorium in Deutschland" haben wir verzichtet, da in der Meldung steht, dass erst später auf der Website dazu Informationen zu finden sein werden. Auch der Link auf einen Beitrag in einer zukünftigen mobilogisch!-Ausgabe zum Verkehrssicherheitsprogramm des Bundesverkehrsministers wurde nicht berücksichtigt. Die Meldung "Fahrspuren XXL" enthielt keinen Link.

Wir haben gewartet bis drei Wochen nach dem Versand des Newsletters keine Rückfragen mehr eintrafen und dann alle Klicks addiert: Mit dem Trierer Manifest, das Strategien und Maßnahmen einer nachhaltigen Verkehrswende im Landverkehr, mit Schwerpunkt auf den Personenverkehr, benennt, liegt ein "breites Verkehrsthema" ganz vorne in der Gunst der Newsletter-Bezieher.

Fast gleichauf geht das Projekt „Rückgewinnung der Gehwege“, bei dem u.a ein Ratgeber zum Kfz-Parken erstellt werden soll, mit ebenfalls einem runden Drittel der Klicks durch die Ziellinie. Auch Tempo 30 hat mit gut 20 Prozent noch eine ordentliche Resonanz. Da der letzte BUVKO fast ein Jahr her ist und der nächste noch ein Jahr in der Zukunft liegt, verwundert der eher geringe Anteil der „BUVKO-Klicks“ kaum. Ebenfalls ein knappes Zehntel der Klicks hatten Informationen zu Fußgängerunfällen zum Ziel.

 

C’t zu “Piwik“ und Datenschutz:

C’t, die wohl renommierteste deutsche Computerzeitschrift, schreibt in Heft 7/2011:

Ohne Besucherstatistiken stochern Website-Betreiber regelrecht im Nebel, wenn sie beurteilen wollen, welche Angebote bei den Besuchern besonders gut ankommen und welche Bereiche überarbeitet werden sollten. Was einmal mit simplen Log-Auswertungsprogrammen wie Webalizer begann, ist heute durch komplexe Analyse-Tools abgelöst worden, die neben den nackten Zugriffsdaten auch die Verweildauer auf der Website, den Abruf interaktiver Inhalte und sogar Einkäufe in Shops erfassen können

Doch die dabei anfallenden Datenberge erregten den Argwohn der Datenschützer. Der Knackpunkt ist, dass bei externen Analyseprogrammen wie Google Analytics oder Yahoo Web Analytics automatisch Daten von den Servern des jeweiligen Anbieters nachgeladen werden, ohne dass der Besucher dies ablehnen oder mit vertretbarem Aufwand verhindern kann.

Piwik vermeidet die Probleme externer Webtracking-Tools: Installiert man Piwik (...) auf dem eigenen Server und lässt die Daten dort in einer MySQL-Datenbank speichern, müssen für das Webtracking keine Inhalte von externen Servern nachgeladen werden. Damit werden die IP-Adressen der Besucher nicht mehr an Dritte weitergeleitet. Durch die lokale Speicherung der Besucherdaten ist man außerdem allein für die Einhaltung des Datenschutzes verantwortlich.

 

Link zur Datenquelle:

www.umkehr.de > Transparenz > Newsletter Januar 2012

Infos zur Web-Analyse mit "Piwik":

http://piwik.org/docs/tracking-campaigns

Computermagazin c't, Web-Besuche analysieren, Heft 4/2012, S. 142 ff

Computermagazin c't, Besucher im Blick: Datenschutzkonformes Webtracking mit Piwik, Heft 7/2011, Seite 182

 

Dieser Artikel von Frank Biermann, UMKEHR und FUSS e.V. - Webmaster, ist in mobilogisch! , der Vierteljahres-Zeitschrift für Ökologie, Politik und Bewegung, Heft 2/2012, erschienen. 

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